Umwelt
Die touristische Mobilität verursacht rund 80% der CO₂-Emissionen einer Freizeitreise. Diese Zahl hängt stark von der zurückgelegten Distanz und dem verwendeten Verkehrsmittel ab. Der Tourismusverkehr verursacht Umweltbelastungen (Lärm, Luftverschmutzung, Treibhausgase sowie eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, gemäss STV). Mit gezielten Massnahmen verbessert der FTV die Mobilitätsschnittstellen im Kanton und entwickelt ein offizielles und strukturiertes Mountainbike-Angebot. Er unterstützt Mitarbeitende, die nachhaltigere Verkehrsmittel nutzen, finanziell, und verfolgt das Ziel, die Emissionen aus der Pendlermobilität bis 2028 um 56% gegenüber 2022 zu reduzieren.
CO₂-Bilanz
Der FTV erhielt zum dritten Mal (nach 2021 und 2022) das Label Carbon Fri der gleichnamigen Stiftung, die sich für die Reduktion der CO₂-Emissionen Freiburger Unternehmen einsetzt. Die ersten beiden CO₂-Bilanzen, die mit dem spezialisierten Unternehmen Climate Services in der bluefactory in Freiburg erstellt wurden, mündeten in konkrete Massnahmen:
- Bildung einer internen Arbeitsgruppe für nachhaltige Entwicklung,
- Erstellung eines Mobilitätsplans für Unternehmen,
- Definition von Reduktionszielen: Reduzierung der CO₂-Emissionen des FTV um 50%, das entspricht einer Verringerung um 20 Tonnen CO₂ bis 2030.
Basierend auf der CO₂-Bilanz lassen sich Reduktionsziele festlegen. Die SBTi-Ziele (Science-based Targets Initiative) sehen eine lineare Reduktion der Emissionen vor. Für den FTV sollen die Emissionen der Scopes 1 und 2 sowie des Scopes 3 bis 2030 höchstens 6,7 tCO₂ respektive 16,6 tCO₂ betragen (Climate Services).
Nach den Ergebnissen der CO₂-Bilanz von 2025 lauten die Reduktionsziele für die kommenden Jahre wie folgt:
- -x% für Mobilität
- -x% für Energie
Die Vergleichstabelle ermöglicht eine Analyse der Entwicklung der CO₂-Emissionen des Unternehmens.
| 2021 | 2022 | 2025 | Ziel 2030 | |
| Direkte Emissionen (Scopes 1 und 2) | 11 tCO₂ (29%) | 12.2 tCO₂ (25%) | 6.4 tCO₂ | |
| Verursachte Emissionen (Scope 2) | 0.5 tCO₂ | 0.3 tCO₂ | 0.3 tCO₂ | |
| Indirekte Emissionen (Scope 3) | 28.7 tCO₂ (71%) | 35.9 tCO₂ (75%) | 16.6 tCO₂ | |
| Total in Tonnen CO₂ | 40.2 tCO₂ | 48.4 tCO₂ | 23.3 tCO₂ | |
| *tCO₂/VZÄ | 2.2 tCO₂ | 2.4 tCO₂ | ||
| Entwicklung der CO₂-Emissionen | Referenzjahr | +20% |
*Die durchschnittlichen Auswirkungen eines Dienstleistungsunternehmens liegen zwischen 1,5 und 3 tCO₂/VZÄ (Climate Services).
Reduktion der CO₂-Emissionen zwischen 2022 und 2025
Anteil in % der Mobilitätsreduktion im Vergleich zu 2022
Anteil in % der Energiereduktion im Vergleich zu 2022
Aktuelles verfügbares Emissionskontingent
Anzahl durchgeführter CO₂-Bilanzen
Tonnen CO₂-Emissionen 2025
Vier RTO mit dem Label Carbon Fri
Das Label Carbon Fri wird vom schweizerischen Nachhaltigkeitsprogramm Swisstainable anerkannt. Um die touristischen Akteurinnen und Akteure zur CO₂-Einsparung zu motivieren, unterstützt die Stiftung Carbon Fri die Zertifizierung der vier interessierten regionalen Tourismusorganisationen (RTO) mit 3000 Franken. Die Tourismusbüros von Organisation touristique régionale de Romont et sa région, Association Touristique de la Broye und Les Paccots – La Veveyse Tourisme erhielten ihre Zertifizierung 2025, Freiburg Tourismus und Region bereits 2024 und der FTV ist seit 2022 zertifiziert. Rund fünfzig Freiburger Unternehmen setzen sich langfristig für eine nachhaltige Wirtschaft ein.
Kantonaler Klimaplan
Der FTV leitet die Massnahme C.2.4 des Kantonalen Klimaplans 2021–2026 und arbeitet dabei mit dem Regionalen Naturpark Gruyère Pays-d’Enhaut und Terroir Fribourg zusammen. Die Projekte aus dieser Massnahme stärken den lokalen Tourismus und ermöglichen es den Einwohnerinnen und Einwohnern des Kantons Freiburg sowie den Gästen, wohnortnahe Freizeitangebote zu nutzen und so die mit Freizeitaktivitäten verbundenen Wegezu reduzieren. Im Jahr 2025 wählte das Programm «Verbesserung der Erreichbarkeit touristischer Ziele durch nachhaltige Mobilität», begleitet vom Amt für Mobilität des Kantons Freiburg (MobA) und den Freiburgischen Verkehrsbetrieben (TPF), drei Pilotgemeinden aus. 2026 wird der Katalog bewährter Praktiken umgesetzt.
Mobilitätsplan für Unternehmen
Der Mobilitätsplan für Unternehmen ist ein dynamischer und langfristiger Ansatz, der Änderungen des Mobilitätsverhaltens des Personals begleiten soll. Der FTV setzt sich für einen Prozess ein, der effizientere und nachhaltigere Wege fördert, um die durch den motorisierten Verkehr verursachten Probleme anzugehen. Die mobilitätsbedingten Emissionen sollen wie folgt reduziert werden:
bis 2026
bis 2028
Basierend auf der CO₂-Bilanz werden seit 2024 konkrete Massnahmen zur Optimierung dieser Wege umgesetzt, abgestimmt auf die spezifischen Anforderungen der Organisation. 2025 profitierten 18 Mitarbeitende von «JobAbo»-Abonnements, die von Frimobil und dem Arbeitgeber subventioniert werden. Der FTV finanziert sanfte Mobilität und öffentliche Verkehrsmittel mit 300 bis 700 Franken pro Jahr und Mitarbeiter/-in, abhängig von Beschäftigungsgrad und Wohnort. Diese finanzielle Unterstützung gehört zu den höchsten unter den Partnerorganisationen der TPF für Unternehmensmobilität.
Perspektiven
Der FTV und das MobA haben Massnahmen zur nachhaltigen touristischen Mobilität für den Kantonalen Klimaplan der 2. Generation (2027–2031) eingereicht. Die Finanzmittel für die Umsetzung dieser Massnahmen werden nach der öffentlichen Vernehmlassung im Frühjahr 2026 bewilligt.
Nach der 3. CO₂-Bilanz des FTV stehen die Reduktionsziele im Zentrum der internen Nachhaltigkeitsstrategien. Im Dezember 2025 wurde der FTV mit fünf Testnutzerinnen und Testnutzern zum ersten und einzigen Pilotunternehmen des Projekts «Dein Frimobil e-Abo in der FAIRTIQ App». Schliesslich ermöglicht die Strukturierung des offiziellen Mountainbike-Netzes ein nachhaltiges, verantwortungsvolles und koordiniertes Veloangebot. Umweltschutz und das Zusammenleben zwischen den verschiedenen Nutzergruppen stehen im Mittelpunkt der Überlegungen.